Multiligamentäre Knieverletzungen: Komplexe Bandverletzungen und ihre Behandlung

 

Was ist eine multiligamentäre Knieverletzung?

 

Schwere Knieverletzungen betreffen häufig nicht nur ein einzelnes Band, sondern mehrere stabilisierende Strukturen gleichzeitig. Man spricht in diesen Fällen von einer multiligamentären Knieverletzung. Solche Verletzungen gehören zu den schwersten Bandverletzungen des Kniegelenks. Dabei sind mindestens zwei der vier wichtigsten Bandstrukturen betroffen:

 

  • vorderes Kreuzband (ACL)

  • hinteres Kreuzband (PCL)

  • Innenband (MCL)

  • Aussenbandkomplex beziehungsweise posterolateraler Komplex (PLC)

multiligamentäre knieverletzung

Ursachen einer komplexen Instabilität

 

Typische Ursachen für diese Verletzungen sind schwere Sportunfälle, beispielsweise beim Fussball oder Skifahren, sowie Verkehrsunfälle, Verdrehtraumata des Kniegelenks oder eine Kniegelenksluxation. Besonders häufig ist dabei die Kombination aus einer ACL- und PCL-Verletzung mit zusätzlicher Schädigung des Innen- oder Aussenbandkomplexes. Ohne gezielte Behandlung kann es zu chronischer Instabilität, Meniskusschäden und frühzeitiger Arthrose kommen.

 

Typische Symptome

 

Betroffene Patienten berichten häufig über ein ausgeprägtes Instabilitätsgefühl im Knie, Schmerzen und Schwellungen sowie das ungute Gefühl des „Wegknickens“. Hinzu kommen eine eingeschränkte Belastbarkeit und eine deutlich reduzierte sportliche Leistungsfähigkeit. Gerade bei bereits operierten Kreuzbandverletzungen können nicht erkannte Begleitinstabilitäten zu erneuten Problemen führen.

 

Diagnostik beim Spezialisten

 

Die Diagnose einer komplexen Kniebandverletzung erfolgt durch eine detaillierte klinische Untersuchung durch einen Kniespezialisten. Ergänzt wird diese durch Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Beinachse, ein MRI (Magnetresonanztomographie) sowie gegebenenfalls durch Stress-Röntgenaufnahmen. Eine exakte Analyse aller verletzten Strukturen ist zwingend entscheidend für die genaue Planung der Operation.

Operative Behandlung und Rekonstruktion

 

Bei einer ausgeprägten Instabilität ist häufig eine kombinierte Rekonstruktion mehrerer Bandstrukturen erforderlich. Je nach individuellem Verletzungsmuster können das vordere oder hintere Kreuzband, der posterolaterale Komplex oder das Innenband rekonstruiert werden. Oft wird dies durch eine meniskuserhaltende Chirurgie ergänzt. Moderne operative Verfahren ermöglichen heute eine anatomische Rekonstruktion der Bandstrukturen, um die natürliche Stabilität des Kniegelenks wiederherzustellen. Studien zeigen, dass solche Eingriffe zu guten funktionellen Ergebnissen und einer hohen Patientenzufriedenheit führen können.

 

Rehabilitation nach der Operation

 

Nach einer multiligamentären Knieoperation schliesst sich eine strukturierte Rehabilitation an. Diese beginnt mit einer Teilbelastung in den ersten Wochen, gefolgt von einem physiotherapeutischen Muskelaufbau, der Wiederherstellung der Beweglichkeit und schliesslich einem sportartspezifischen Training. Die vollständige Rückkehr zum Sport ist meist nach 9 bis 12 Monaten möglich.

 

Spezialsprechstunde in Basel

 

Komplexe Knieverletzungen sollten immer durch einen erfahrenen Kniespezialisten beurteilt werden. In unserer Praxis in Basel bieten wir neben der modernen rekonstruktiven Kniechirurgie und einer individualisierten Therapieplanung auch eine Spezialsprechstunde für Zweitmeinungen bei solch komplexen Knieverletzungen an.

FAQ

Wie erkennt man eine komplexe Kniebandverletzung?

Typische Symptome sind Instabilität, Schmerzen, Schwellung und das Gefühl, dass das Knie „wegknickt“.

Bei ausgeprägter Instabilität oder mehreren gerissenen Bändern ist meist eine operative Rekonstruktion notwendig.

Die Rehabilitation dauert meist 9–12 Monate, abhängig vom Verletzungsmuster und der sportlichen Belastung.

Die Rehabilitation dauert meist 9–12 Monate, abhängig vom Verletzungsmuster und der sportlichen Belastung.